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1908 - 1919
Das "Null-Acht" im Vereinsnamen drückt es ohne Zweifel aus:
der TV 08 Holzheim feiert im Jahre 2008 sein 100-jähriges Bestehen. Da die Gründer
inzwischen verstorben sind, können wir die genauen Ursachen nicht mehr erfahren,
die zahlreiche junge Holzheimer Männer - ähnlich wie in vielen anderen deutschen
Städten und Gemeinden - damals bewogen sich zum Zwecke der sportlichen Körperertüchtigung
und des Turnens zu einem Verein zusammenzuschließen.
Wenn wir einen Blick zurück wagen, dann sehen wir: ein Deutsches Reich, das für
heutige Verhältnisse unermeßliche Ausmaße hat; dem noch ein Kaiser (Wilhelm "Zwo") vorsteht;
in dem trotz Reichstag und ähnlichen Institutionen die Demokratie ein kümmerliches Dasein fristet;
in dem sich die Arbeiterschaft zwar schon konstituiert und Gehör verschafft hat, doch noch ohne größeren
Einfluß geblieben ist und dem letztendlich noch zwei unheilvolle Weltkriege mit damals unvorstellbaren
Auswirkungen bevorstehen.
Wenn wir diesen Blick aber auch den Flecken Holzheim im Hessischen lenken, dann sehen wir eine Ortschaft
mit typischem, heute vergeblich zu findenden ländlichen Flair und mit rund 1000 Einwohnern. Und blicken
wir auf das Datum 1. August 1908 zurück, dann "sehen" wir 55 Männer, die beschließen einen Turnverein zu gründen.
Über ihre Motive gibt die Vereinschronik Auskunft: "Im Juli des Jahres 1908 fand in Frankfurt
am Main das deutsche Turnfest statt. Aus allen deutschen Gauen strömten die Turner zusammen
und gewährten den Anblick schönster und herrlichster Übungen. Infolge dieses Festes wurde auch bei und der
Gedanke an die Gründung eines solchen Vereins hin-und her besprochen."
Für die damals "stolze" Summe von 400,50 DM (sie setzte sich aus Mitgliedsbeiträgen
und einem Darlehen von 300,00 DM zusammen) wurden kurz nach der Vereinsgründung in
Frankfurt Turngeräte gekauft und zweimal wöchentlich der Turnbetrieb aufgenommen.
Von den 55 Vereinsmitgliedern waren immerhin 20 aktive Turner. Zudem wurden im
Jahre 1909 auch noch der Saalbau Sames eingeweiht, was die Turnbedingungen erheblichverbessert.
Die alljährlichen Höhepunkte des Vereinslebens waren zu einem das "Abturnen" und zum
anderen das "Wintervergnügen" ("welches bestand aus Theaterstücken, Vorträgen und Tanz",
aus der Chronik von 1913), meist im Dezember oder im Januar.
Nicht nur in der Vereinschronik hinterließ der 1. Weltkrieg seine Spuren,
denn dort fehlen die Seiten der Jahrgänge von 1914 bis 1918. Auch 16 junge
Vereinsmitglieder kehrten nicht zurück und starben den (vermeintlichen) "Heldentod"
für das "Deutsche Vaterland".
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